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Welturaufführung von HOME von Patric Chiha
am Montag, dem 16. Oktober 2006, um 20.30 Uhr im KÜNSTLERHAUSKINO.

Anschließend gab es ein Gespräch mit Patric Chiha, Alain Libolt, Claudia Martini, Gisèle Vienne, dem Kameramann und den Produzentinnen, gefolgt von einem Cocktail im Kinofoyer und der Premierenfeier.

HOME ist das wundervolle Doppelportrait eines heimatlosen Ex-Österreichers und seiner lebenshungrigen Mutter, deren abenteuerliche Nachkriegsbiographie in der Erinnerung des Sohnes rekonstruiert wird.

Unter dem Vorwand die Firma Lodenwalker finden zu müssen, fährt Fouad mit seinem halb so alten Kollegen in die steirischen Alpen. Er erzählt von der Flucht seiner Mutter aus der Enge des Nachkriegswiens in das mondäne Leben eines Kasinostars in Beirut. Palmengesäumte Boulevards und seidenbestrumpfte Beine! Fouad evoziert Welten, die es nicht mehr gibt und verspürt zusehends ein tiefes Gefühl der Fremdheit in der Landschaft aus der er ursprünglich kommt.

„Meine Filme handeln von Menschen, die Ordnung in ihre Gedanken und Erinnerungen bringen wollen. Gleichzeitig aber übertreiben sie. Sie wollen der Wirklichkeit nahe bleiben, können es aber nicht lassen, Geschichten dazu zu erfinden. Die Suche nach den richtigen Wörtern ist ein zentrales Thema in meiner Arbeit.
Home ist ein Film über eine Rückkehr. Wir fahren nach Hause, um zu sehen, was aus dem, was uns geschaffen hat, geworden ist.“ (Patric Chiha)

„... Home spielt in der steirischen Ramsau, und selten hat man ein ähnliches Bild vom Eigenen gesehen. Ein Bild von geradezu schmerzhaft genauer Anmutung, unprätenziös und einfach im Ganzen und in jedem Detail. Soviel Heimat war noch nie, und unwillkürlich denkt man an eine Notiz von Peter Handke: ‚Österreich, das Fette, an dem ich würge’. Home ist ein außergewöhnlicher, liebevoller und trauriger Heimatfilm und Horrorfilm zugleich.“ (Viennale Pocketguide)

 

Home ist der erste längere Spielfilm des jungen, in Frankreich lebenden österreichischen Regisseurs Patric Chiha. Der großartige französische Schauspieler Alain Libolt, der vor allem aus Rohmer Filmen bekannt ist, spielt die Rolle des Fouad, Julien Lucas die des jungen Geschäftspartners. Claudia Martini ist die österreichische Jugendliebe.

Obwohl die Spielzeit von HOME nur 50 Minuten beträgt, wurde der Film für das Hauptprogramm der Viennale ausgewählt und Viennale Direktor Hans Hurch stellt den Regisseur in seinen „Propositions“ vor. Mit Propositions unternimmt die VIENNALE „den Versuch einer Fokussierung auf jene Filme, die im aktuellen Weltkino einen besonderen, eigensinnigen, avancierten Moment markieren. Also ... ausgewählte, ungewöhnliche, inhaltlich und ästhetisch relevante Positionen des zeitgenössischen state of production.“

Patric Chihas Filme waren noch nie in Österreich zu sehen.
Die Viennale 2006 zeigte sein gesamtes oeuvre.

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