AKTUELL | "New York Lady" - Kritik aus dieStandard
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Die musikalisch-satirischen Szenen
mit Texten von Dorothy Parker feierten
im Stadttheater Walfischgasse Premiere


Dorothy Parker zu verkörpern, das ist schon eine Aufgabe,
die es in sich hat. Die verschiedenen und teils sich wider-
sprechenden Facetten dieser großartigen Persönlichkeit
glaubwürdig und dennoch mit Witz darzustellen, da gehört
nicht bloß Talent, sondern vor allem Einfühlungsvermögen
dazu.

Doch Susanne Draxler meistert den Spagat zwischen der
Darstellung des exzentrischen Anteils einer Dame von Welt
ebenso als das Mimen der politischen Humanistin und der
gefühlsbetonten verletzlichen Frau, die an der - zu wenig
erwiderten - Liebe zu Männern leidet.

Ihr Schauspiel grenzt an eine Echtheit, in die frau/man sich
hinein fallen lassen kann, als bewege und erlebe man real
die biografische Geschichte im New York der 30er-Jahre.

Natürlich liefern alleine die Texte von Dorothy Parker ein
wundervoll reichhaltiges Fundament, doch ohne passende
Ideen der Umsetzung und der entsprechenden schauspiel-
erischen Begabung - Tanzen und Singen inklusive - hätte
es auch eine platte Form werden können.

Begleitet von Herbert Tampier, der Zwischentexte liest und
musikalisch untermalt, sowie der Inszenierung von Claudia
Martini ist die schwierige Aufgabe wirklich gelungen.

Schauen Sie sich das an. (dabu)


 

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